I Have a Dream

Angelehnt an das berühmte Zitat Martin Luther Kings hat der Verein Global Music Player e. V. ein von der Liz-Mohn-Stiftung unterstütztes Projekt durchgeführt, in dem Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund sich intensiv mit den Themen Antirassismus, Antidiskriminierung, Leben in Vielfalt auseinandersetzen und eine Vision der Zukunft entwickeln, in der Menschen mit unterschiedlichem kulturellen, religiösen und sozio-ökonomischen Hintergrund friedlich in einer Gesellschaft der Vielfalt zusammenleben, sich optimal entfalten und aktiv einbringen können.

Vier Wochenenden mit je acht Stunden waren dafür vorgesehen, zwei im November und zwei im Januar – das ist nicht viel Zeit, auch wenn man berücksichtigt, dass wir Planung, Vorbereitungen und Nachbearbeitung von Musik und Video außerhalb dieser Wochenenden erledigt haben. Dank des hohen Engagements der motiviert mitarbeitenden Jugendlichen konnten wir dieses ehrgeizige Ziel erreichen.

Themenfindung
In einem Rollenspiel versuchen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sich in die Lebenswelt unterschiedlichster Personen hineinzuversetzen, darunter ein 10-jähriges Waisenkind, das in Bagdad auf der Straße lebt, ein russischer Teenager, ein wohlhabender Australier, eine ältere, nicht mehr arbeitsfähige Chinesin. In diesen per Zufall bestimmten Rollen unterhalten sie sich miteinander über Vergangenheit und Zukunft, Lebensumstände und Träume.

Selbstverständlich reichen unsere Kenntnisse über andere Länder und Menschen nicht aus, um uns wirklich in ihre Lebenswelten hineindenken zu können. Das ist auch gar nicht erforderlich. Es genügt, die Sensibilität und Empathie dafür zu entwickeln, dass viele Menschen nicht so leben können, wie sie möchten, und dass wir in einer hoch privilegierten Gesellschaft leben.

Melodie und Text
Es beginnt mit Klatschrhythmen und Schrittfolgen zur Einstimmung. Sophie und Nino leiten Atem- und Stimmübungen an, die bald in Gesangsimprovisationen übergehen, bei denen jeder mal die Führung übernimmt und die anderen einstimmen.
 
Alle zusammen stellen erste Überlegungen zum Text an, Träume lautet das Überthema. Wem ein Stück Songtext, ein Spruch oder eine Phrase einfällt, wirft es in die Runde. Aber es geht nicht recht vorwärts, bis die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich auf Christians Vorschlag hin allein oder zu zweit Gedanken machen.

Hai Anhs große Stunde
Stillarbeit. Jugendliche und Projektleiter haben sich Zettel und Stifte organisiert und fixieren nun das leere Blatt vor ihnen, oder sie blicken in die Ferne und warten auf die Eingebung. Nur Hai Anh schreibt ohne Unterlass und kommt kaum mit ihrem Blatt aus. Als sich am Ende der vereinbarten Zeit alle wieder zusammenfinden, kommt niemand mit leerem Blatt. Aber das, was Hai Anh in diesen Minuten verfasst hat, bildet die Grundlage für den Refrain und mehrere Strophen des fertigen Songs, sowohl Text wie auch Melodie.

Im Folgenden werden Wörter ausgetauscht, Zeilen geändert oder verschoben, Tonfolgen eingebaut, verworfen, verändert, bis schließlich ein gemeinsames Werk entstanden ist. Ihren Beiträgen entsprechend bekommen die Jugendlichen Gesangspassagen zugewiesen, die sie jetzt mit Hilfe von Sophie, Nino und Christian einüben und an denen sie hier und da noch ein paar Verbesserungen vornehmen. Am Ende der ersten beiden Wochenenden wird eine Rohfassung Song dann in großer Runde und mit nur einem Mikrofon aufgenommen. Im Januar sehen wir uns wieder.

Die Aufnahmen
Christian hat den Song noch im November als mp3-Datei an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer verschickt, und alle hatten reichlich Zeit, ihren Part zu üben. Jetzt wird es ernst: Eingrooven, Warmsingen, und dann einzeln ans Mikrofon, bis der Song Stimme für Stimme aufgenommen ist. Parallel dazu sammeln wir erste Ideen, wie die Musik in Bilder umgesetzt werden kann. Das nimmt das ganze dritte Wochenende in Anspruch.

Eine Woche später wird gedreht. Den ersten Tag planen wir weiter die einzelnen Szenen und merken fast zu spät, dass draußen bestes Filmwetter ist. Wir bekommen die ersten Szenen gerade noch in den Kasten.

Für den letzten Tag brauchen wir zusätzliche Darstellerinnen und Darsteller, und zu unserer großen Überraschung finden wir sie leichter als erwartet. Die Planung für die Einstellungen steht, und noch ist es hell. So bald wie möglich drehen Bernard und Carsten die Außenszenen. Das Wetter ist nicht so gut wie am Vortag, es ist kalt, aber trocken. Die zuletzt gefilmten Einstellungen stehen am Anfang des späteren Videos.

Abschluss
Christian schließt den Musik- und Bernard den Videoschnitt ab. Am 14. Februar können wir den Teilnehmerinnen und Teilnehmern das fertige Musikvideo präsentieren.

Wir danken der Liz-Mohn-Stiftung für die Unterstützung des Projektes, dem Verein Jugendkulturabeit und dem Blauschimmel-Atelier ganz herzlich dafür, dass wir in ihren Räumen arbeiten durften, und dem Stadtteiltreff Dietrichsfeld für die Möglichkeit, das fertige Video vorzustellen.

Außerdem danken wir allen Mitwirkenden:
Marit Brumund, Izabela Cholewa, Helga Diers, Nick Eden, Hanna Folkens, Hai Anh Le, Melina Pelzer, Tarik Rüdig, Anna Schröder, Amina Stamm, Elmar Stamm, Linda Stamm, Dion Wessels, Lisa Wunderlich, BiZ Zamblé, Gega Zautashvili, Levan Zautashvili.
 
nach oben