»Fani kommt an« – die Geschichte eines Fantasievogels

Zweites Feriensprachcamp von Global Music Player e. V.

Fani ist ein bunter Vogel, der eigentlich auf der Insel Fantasien lebt. Dort spricht man bekanntermaßen fantastisch. Ein Wirbelsturm hat ihn aber in ein fremdes Land verweht, wo er niemanden kennt und die Sprache nicht spricht. Nach und nach lernt Fani verschiedene Tiere kennen, die selbst einmal aus einem anderen Land kamen. Sie bringen ihm die Sprache des neuen Landes und ein Stück weit auch ihre eigenen Sprachen bei.

Zum zweiten Mal führte der Verein Global Music Player e. V. in den Herbstferien 2017 ein Feriensprachcamp für Vorschulkinder durch. Vier Tage sangen, spielten und bastelten Rita Meiners und Christian Jakober, unterstützt durch die Elternbegleiterinnen Amal Heji und Amal Amal Halawe, mit den Vorschulkindern der Kita Kennedystraße. Angeleitet von Carsten Lienemann fotografierten jeweils einige Kinder die Vorführungen am Ende des Tages mit Tablet-Computern. Mit einem Erlebnistag auf einem Ponyhof wurde das Projekt abgeschlossen. Dort führten die Kinder ihren Eltern auch das fertige Stück »Fani kommt an« vor und nahmen außerdem die sechs mehrsprachigen Lieder für eine Erinnerungs-CD auf.

Die Kinder hatten sichtlich Spaß an diesem Projekt und lernten unterschwellig die Gleichwertigkeit verschiedener Sprachen kennen. Weder die anstrengende Arbeit noch der Regen in mehreren Freispielphasen und am Erlebnistag machten ihnen etwas aus. Sie haben Lieder in arabischer, kurdischer, russischer und polnischer Sprache sowie einzelne Textzeilen in englisch, französisch, portugiesisch, spanisch, urdu und sogar in fantastisch gelernt, und das in Windeseile. 

Alle Beteiligten waren sich einig, dass es eine ganz wunderbare Woche war. Die Projektleitenden Rita Meiners und Christian Jakober sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden. »In nur vier Tagen ein rund halbstündiges Stück mit Liedern und Tänzen zu erarbeiten und dann auch noch Requisiten zu basteln, ist für Vorschulkinder schon eine besondere Herausforderung«, sagt Rita Meiners. »Die Kinder waren sehr konzentriert und gleichzeitig mit viel Spaß bei der Sache. Es ist jedesmal toll, wenn Kinder erleben, dass die von ihnen mitgebrachte Sprache genau so wichtig und wertvoll ist wie die deutsche« fügt Christian Jakober hinzu. Beide bedankten sich herzlich bei den Erzieherinnen der Kita und den Elternbegleiterinnen für die umfangreiche Unterstützung und die Übersetzungsarbeiten. Rita Meiners hatte außerdem einige ehemalige Kita-Besucherinnen, die inzwischen zur Schule gehen, als Unterstützerinnen gewinnen können. Auch sie waren eine große Hilfe.

Kita-Leiterin Ulrike Arbeiter-Scheele freute sich sehr über das gelungene Projekt und hatte schon das nächste große Ereignis im Blick. »Kurz vor den Sommerferien 2018 feiern wir unser 25-jähriges Bestehen. Es wäre toll, wenn wir dann Fanis Geschichte noch einmal sehen könnten«, sagte sie spontan nach der Kita-internen Aufführung am Freitag, 6. Oktober.

Rita Meiners und Christian Jakober sind nicht abgeneigt, die Kinder sowieso nicht.

Feriensprachcamp in der Kita Sperberweg

Eine ganz besondere Woche erlebten 31 Vorschulkinder aus der Kindertagesstätte Sperberweg. Vom 4. bis zum 8. Oktober nahmen die Kinder mit arabischen, kurdischen, russischen und deutschen Wurzeln an einem Feriensprachcamp teil. In nur vier Tagen erarbeiteten sie sich die Geschichte von Fani, einem bunten Vogel aus dem Land Fantasia, der von einem Sturm in ein anderes Land verweht wird, in dem er niemanden kennt und dessen Sprache er nicht spricht.

Angeleitet von Rita Meiners (Musikschule der Stadt Oldenburg) und Christian Jakober (Global Music Player e. V.) lernten die Kinder Lieder in verschiedenen Sprachen, spielten Instrumente, bastelten Requisiten und übten Tänze ein. Großartige Unterstützung leistete dabei Lava Murad, die gerade ein Praktikum in der Kita absolvierte. Am Freitag schließlich zeigten alle das rund 30 Minuten lange Stück den anderen Kindern der Kita. Der krönende Abschluss war aber der Erlebnistag am Sonnabend auf einem Pferdehof in Petersfehn II, zu dem auch Eltern und Geschwister eingeladen waren.

Es war eine sehr intensive und auch anstrengende Woche, gerade für die Kinder, aber alle hatten viel Spaß, und die Rückmeldungen aus allen Richtungen waren sehr positiv. Die Eltern freuten sich über glückliche Kinder, die Erzieherinnen berichteten, dass auf den Fluren der Kita die gerade gelernten Lieder rauf und runter gesungen wurden.

Auch die Sprachcamp-Leitung ist mehr als zufrieden. »Die Begeisterung der Kinder, vor allem, wenn sie sich in ihrer Mehrsprachigkeit ausdrücken konnten, war für mich das bewegendste Erlebnis in dieser Woche. Wenn Kinder, die die deutsche Sprache kaum verstehen, gespannt dem Theaterstück folgen und begeistert mitsingen, ist die Idee des Projekts voll aufgegegangen! Die Freude über diese Wertschätzung habe ich auch bei den Eltern erlebt«, sagt Rita Meiners.

»Ich fand toll, dass bei den unterschiedlichen Angeboten für alle Kinder etwas dabei war, so dass sich alle einbringen konnten. Dass die verschiedenen Muttersprachen in dem Projekt, in den Liedern und beim Theaterstück einbezogen wurden, war ein Volltreffer! So viele strahlende Augen bei den Kindern und bei den Eltern. Ein tolles Projekt!«, ergänzt Christian Jakober.

Beide sind den Kita-Mitarbeiterinnen und vor allem den mehrsprachigen Elternbegleiterinnen aus dem Projekt »Rucksack« der Sprachförderstelle der Stadt Oldenburg dankbar für ihre Unterstützung. »Ohne sie hätte das Projekt nicht geklappt«, ist sich Rita Meiners sicher.

Rundum zufrieden ist auch Kita-Leiter Ulrich Habichtsberg. »Die Wirkung auf die Kinder ist sehr positiv. Es wäre gut, wenn wir dieses Projekt in Zukunft regelmäßig durchführen könnten.«

Finanziert wurde das Projekt von der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung, der Klosterkammer Hannover und dem Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung.

 
nach oben